Aktuelles

24.02.17

CITES bewegt weiterhin die Musikinstrumentenbranche

Informationsveranstaltung von GDM und SOMM zum Thema Artenschutzbestimmungen

Am 22. Februar 2017 luden der GDM und die Society of Music Merchants (SOMM)  zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung zum Thema CITES nach Frankfurt. Dabei stand vor allem der Informationsaustausch und die Diskussion mit den rund 70 Gästen aus Industrie und Handel im Vordergrund. Durch die Veranstaltung führten Daniel Knöll, Geschäftsführer der SOMM, und Birgit Böcher, stellvertretende Geschäftsführerin des GDM.




Rechtsgrundlagen zum Auftakt
Im ersten Teil der Veranstaltung fasste Martin Bolm von Rasch Rechtsanwälte die aktuelle rechtliche Lage und Vorgehensweise in Bezug auf Import, Export und Verkauf der vom CITES-Abkommen betroffenen Hölzer zusammen. Im Anschluss entstand sogleich eine rege Diskussion über die nur in Deutschland herrschende umfangreiche Buchführungspflicht von Produkten mit von CITES geschützten Holzarten.




Die Diskussion setzte sich im zweiten Teil fort. Händler, Hersteller und Vertriebe berichteten über den Umgang mit der aktuellen Verordnung in der Praxis. Als eine zentrale Forderung kristallisierte sich der Wunsch nach einem deutschlandweit einheitlichen Vorgehen bei der Buchführungspflicht heraus. Derzeit unterscheidet sich diese zum Teil sogar zwischen den lokal zuständigen Behörden im gleichen Bundesland. Zu empfehlen sei es, wenn noch nicht geschehen, den direkten Kontakt zur lokalen Behörde zu suchen. Wie mehrere Teilnehmer aus dem Plenum berichteten, seien viele Behördenmitarbeiter sehr kooperativ, eine für beide Seiten im Rahmen der Verordnung möglichst einfache Lösung zu finden.

„Der Austausch von Informationen ist hier enorm wichtig. Nur so können die Verbände die aktuelle Lage richtig einschätzen, um daraus Ableitungen, Forderungen und Lösungsansätze gegenüber dem Gesetzgeber zu stellen“, so SOMM-Geschäftsführer Daniel Knöll.





Als äußerst problematisch gestaltet sich auch der Versandverkauf ins Nicht-EU-Ausland, wie beispielsweise die Schweiz. Die nötigen Dokumente für Import und Export lassen Kosten entstehen, die den Versand in die Schweiz nicht mehr rentabel machen. Hinzu kommen verlängerte Wartezeiten von mehreren Wochen, die die Online-Bestellung für den Endkunden im Ausland uninteressant macht. Auf der anderen Seite unterliegen Händler in den EU-Staaten nicht den strengen Vorgaben wie die deutschen Händler. Die Gefahr, dass ein Händler in Deutschland aufgrund fehlender Nachweise nicht liefern kann und der Kunde auf den Versand des Konkurrenten aus dem europäischen Ausland zurückgreift, ist groß. 

Birgit Böcher, stellv. Geschäftsführerin des GDM: „Nach der aktuellen Lage liegt hier ein deutlicher Wettbewerbsnachteil für die Marktteilnehmer in Deutschland vor. Dem gilt es, einen Riegel vorzuschieben. Es war für uns daher auch wichtig zu erfahren, in wie weit sich die CITES-Bestimmungen tatsächlich existenzbedrohend auf die MI-Branche auswirken könnten.“





Aus diesem und weiteren Input von der gestrigen Veranstaltung werden die Verbände die Anliegen der Branche ausformulieren, um ein Forderungspapier zu erstellen, welches den Behörden vorgelegt werden soll. Zu dem bieten die Verbände den Branchenteilnehmern Unterstützung bei der Ansprache von Politikern an. 

Einen weitere Informationsveranstaltung werden die Verbände während der Musikmesse in der Business-Academy am 6. April von 17 bis 18 Uhr abhalten.

(c) Nils Bartsch


www.somm.eu
www.das-musikinstrument.de

 


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